Sina Struve von teleschau im Interview mit digitaleffects

Nicht ohne Stolz wollen wir Sie noch auf einen Hinweis in eigener Sache aufmerksam machen. Dass wir uns nicht nur als Nachrichtenagentur einen guten Namen gemacht haben, sondern auch im Bereich Content-Marketing erfolgreich sind, wissen Sie bestimmt schon. Über die Hintergründe und unseren Ansatz berichtetet Sina Struve, Content Marketing-Managerin der teleschau, nun ausführlich im Interview mit dem Branchenblog digitaleffects: Wir wollen „Storylines entwickeln, recherchieren und so aufschreiben, dass der Nutzer nicht nur für die Inhalte und Produkte eines Unternehmens empfänglicher wird, sondern einen echten Mehrwert daraus zieht.“

Sina Struve ist der Überzeugung, dass „schlechter Content auf Dauer untergehen wird und nur die wirklich guten Beispiele überleben werden“. Wie Sie als Content Marketing Manager bei Teleschau weiterhin über Content-Marketing Trends denkt sowie welche Aufgaben Sina hat, erfahren Sie in unserem Interview mit Ihr. Lesen Sie jetzt rein.

Welche Aufgaben haben Sie als Content-Marketing-Verantwortlicher?

Als Content Marketing Manager bei teleschau ist es meine Aufgabe, zusammen mit unseren Kunden zu überlegen, welche Ziele sie wirklich verfolgen wollen. Dann hinterfrage ich, was konventionelle Werbemaßnahmen dazu beitragen können – und arbeite zusammen mit dem Partner aus, welchen Vorteil welches Storytelling hätte. Dabei arbeiten wir mit den verschiedensten Kunden zusammen; es ist immer wieder eine spannende Aufgabe, sich auf die Wünsche und Voraussetzungen verschiedener Branchen einzulassen. Manchmal muss man auch ein wenig Überzeugungsarbeit leisten, bevor Kunden sich auf Themenideen einlassen. Dabei kümmere ich mich um alle relevanten Schritte: das erste Gespräch, die Konzeption, die Abstimmung der zu produzierenden Contents, die Weitergabe an unsere Texter, VJs, Programmierer, Grafiker etc. Auch die anschließende Korrektur und Weitergabe an unseren Kunden liegt bei mir, sowie das finale Einholen der relevanten KPIs, um zu erfahren: Ist unser Content-Plan aufgegangen?

Welchen Stellenwert hat Content-Marketing in Ihrem Unternehmen?

Content Marketing ist das Feld, in dem wir am stärksten expandieren; wir sind hier wirklich heiß auf Learnings und wollen viel ausprobieren. Unsere Agentur besteht seit über 50 Jahren, Content war schon immer das Herz der teleschau. Dass jetzt auch viele Unternehmen auf den Geschmack von qualitativ hochwertigen Inhalten kommen und merken, dass gute Werbung genauso informierend und unterhaltend sein kann wie guter Journalismus – das freut uns natürlich.

Welche Formen des Content Marketings setzen Sie ein?

Im Zentrum stehen bei uns ganz klar Texte: Storylines entwickeln, recherchieren und so aufschreiben, dass der Nutzer nicht nur für die Inhalte und Produkte eines Unternehmens empfänglicher wird, sondern einen echten Mehrwert daraus zieht.

Wie sieht aus Ihrer Sicht eine gute Content-Strategie aus – was sollte sie beinhalten?

Zu allererst sollte sie sich immer an den Bedürfnissen und Nöten des Users interessieren: Wie kann ich ihn mit einem Thema erwischen, bei dem er mir wirklich offen gegenübersteht? Die Erkenntnisse, die man dann für sich zieht, sollte man beim Erstellen seiner je individuellen Strategie nicht aus den Augen verlieren. Dann geht es natürlich um die alles entscheidende Frage: Was will ich mit meinen Inhalten erreichen? Will ich „hard facts“ schaffen, direkt mehr Produkte verkaufen, Newsletter-Abos generieren? Oder kommt es mir eher auf die „softe“ Wirkung an – Imagebildung, im Gedächtnis eines Users bleiben? Vor allem für letzteres ist Content Marketing geeignet, so gerne das auch noch belächelt werden mag. Anschließend sollte natürlich die Zielgruppe definiert werden, das Medium und die Art, wie ich diese erreichen will, sogar bis hin zu kleinen Details, zu welcher Tageszeit ich sie am besten erreichen – wenn es zum Beispiel um die Ausspielung von Content über soziale Medien geht. Dann ist es natürlich vor allem wichtig, dem User über den jeweiligen Content einen attraktiven Anknüpfungspunkt zum Unternehmen anzubieten. Sei das nun über einen Newsletter, ein Gewinnspiel, einen Like…Und ich muss dem Kunden klar machen: Am Ende kann ich dir wirklich ein Ergebnis präsentieren, wir messen die Erfolge all unserer Contents.

Welche Rolle spielt Content Marketing aus Ihrer Sicht für SEO?

Eine große Rolle! Die Zeiten der ausschließlich Keyword-optimierten, inhaltlich aber zur Irrelevanz herabgestuften Inhalte ist vielleicht noch nicht ganz vorbei – aber sie dürfte es in absehbarer Zeit sein. Google stellt sich auf die Seite von guten, relevanten und hilfreichen Inhalten – nicht auf die derer, die zwar vielleicht auf Meta-Ebene top sind, dem User aber nicht helfen.

Arbeiten Sie mit einer Content-Agentur, Freelancern oder komplett inhouse?

Wir sind selbst eine Content-Agentur; sowohl inhouse als auch von Freelancern werden Inhalte für unsere Kunden erstellt.

Welche Content Marketing Erfolgsbeispiele finden Sie besonders gelungen?

Besonders in Erinnerung geblieben ist mir ein Beispiel von Jack Wolfskin, das den ehemaligen Schauspielers Milan Marcus für neun Tage in die Arktis schickte. Mit einer Kamera filmte Milan, was er auf seinem Trip erlebte – am Ende entstand ein sehr dichter zweiminütiger Clip mit seinen Eindrücken und Gedanken. Das erregt Aufmerksamkeit, ist authentisch, emotional, spannend, weckt Sehnsüchte – und passt zur Brand, ohne dabei irgendwie zu gewollt oder werblich zu wirken.

Welche Trends sehen Sie im Content Marketing?

Wir beobachten derzeit ja eine regelrechte Content-Marketing-Schwemme; nicht umsonst gab es das Streitgespräch zwischen Dastyari und Strerath. Ich glaube aber nicht, dass Content Marketing nur ein Trend ist – sonst wäre Journalismus auch einer. Vielmehr glaube ich, dass schlechter Content auf Dauer untergehen wird und nur die wirklich guten Beispiele überleben werden – die, die sich wirklich auf den User einlassen, die, die dessen Fragen beantworten, ihn unterhalten und informieren. Alles andere ist überflüssig – genauso wie schlechte, konservative Werbebanner. Ich denke, dass man in der Branche den deutlichen Willen spürt, noch besseren Content herzustellen – der eben nicht nur Werbung im netten Gewand ist. Es soll einen roten Faden geben statt One Hit Wonder zu produzieren, auch der Gedanke der Personalisierung wird ernster genommen. Und die Plattform wird immer weniger zum Kriterium, ob Content eine Chance auf Relevanz hat oder nicht. Von Influencer Marketing kann man persönlich halten was man will – die dadurch erzielte Reichweite ist weiterhin noch groß. Wünschenswert wäre aber, wenn Firmen hier mehr auf „ihre“ Influencer hören und offen für Präsentationsmöglichkeiten sind, sonst droht das ganze immer weiter ins Unauthentische abzudriften. Dass VR deutlich wichtiger und massentauglicher für Content Marketing wird, sehe ich persönlich noch nicht.

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