Vater und Sohn zusammen unterwegs: Ozzy und Jack Osbourne (rechts) machten sich zu ersten Mal seit drei Jahrzehnten gemeinsam auf einen Roadtrip.

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Die Osbournes Jack und Ozzy besuchen berühmte Sehenswürdigkeiten. Darunter die Gedenkstätte Alamo in Texas.

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In Alamo wirkte gerade Ozzy (rechts) zufrieden. Denn: Im Fernsehen schaut er Kriegs-Dokus besonders gerne.

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Unterwegs in Sachen Welterkundung und Beziehungspflege: Ozzy Osbourne (links) und sein Sohn Jack besuchen Stonehenge.

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In der ersten Staffel kamen Jack und Ozzy Osbourne bis ins weit entfernte Japan.

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Ein Roadtrip wie ein Abenteuer. Auch in Weltraumanzüge wurden Ozzy (links) und Jack Osbourne gesteckt.

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Auf dem Mond sind Ozzy (links) und Jack Osbourne (noch) nicht gelandet. Dafür durften sie ihr Geschick mit einem Mars-Rover testen.

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Auf Kuba wandelten Jack (links) und Ozzy Osbourne auf den Spuren des Kalten Krieges.

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"Ich mochte das Fach Geschichte damals in der Schule": Jack Osbourne (31).

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Eine schrecklich nette Familienbande (von links): Kelly Osbourne, Ozzy Osbourne, Sharon Osbourne und Jack Osbourne bei den "Pride of Britain Awards" 2015.

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Cooler junger Mann: Jack Osbourne hat nach einer durchaus turbulenten Jugend zu innerer Reife gefunden. Er ist Familienvater und hat zwei Kinder.

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Die coolsten Eltern der Welt? - Ozzy Osbourne und Sharon Osbourne bei den MTV EMAs 2014 in Glasgow.

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Ein Vater zum verrückt werden: Ozzy Osbourne ist "the Prince of fucking Darkness".

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Jack Osbourne machte es einst seinem berühmten Vater nach. Bereits mit 17 hatte er Alkohol- und Drogenexzesse hinter sich. Vorübergehend war auch er in einer Entzugsklinik.

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Jack Osbourne – Ritterschlag einer Vater-Sohn-Beziehung

von Andreas Schöttl in Stars

"Wir haben 30 Jahre lang gebraucht, gemeinsam auf einen Trip zu gehen", sagt Ozzy Osbourne (68) in der ersten Folge der neuen Reality-Serie "Ozzy & Jack's World Detour" (montags, 21.30 Uhr, beim Pay-Sender History). Aber nun sind die beiden tatsächlich on the road: Zusammen besuchen Ozzy und Jack Osbourne (31) rund um den Globus weltberühmte Plätze. Sie sind in Stonehenge, besuchen die Gedenkstätte Alamo in Texas oder die Ufo-Stadt Roswell. Auch wenn sie dort oberflächlich an einer Geschichte der jeweilige Ort kratzen, geht es darum, wie Vater und Sohn sich unterwegs verstehen. Vor allem Ozzy zeigt immer noch seine herrlichen Macken, wenn er beispielsweise lieber etwas über den Zweiten Weltkrieg sehen will und nicht etwa nur große Steine auf grüner Wiese. So erinnert der Roadtrip manchmal doch noch an "The Osbournes", die legendäre MTV-Reality-Serie der 2000er-Jahre, auch wenn Jack keine Fortsetzung im neuen Reiseformat erkennt. Im Interview spricht er mehr von einer "Evolution der Osbournes".

teleschau: Wie darf ich Sie ansprechen - Sir? Immerhin sind Sie jetzt ein geschlagener Ritter!

Jack Osbourne: Oh ja, stimmt. Ich wurde zum Ritter geschlagen. Eigentlich wollte ich diese Ehre nur meinem Vater schenken. Bei einem sehr seltsamen Ritual in der Nähe von Stonehenge in England wurde mir diese Ehre dann aber auch zuteil. Aber ich würde sagen, wir bleiben lieber beim Du (lacht).

teleschau: In "Ozzy & Jack's World Detour" reist Du mit Deinem Vater zu besonderen Plätzen auf dieser Erde. Die meisten davon sind berühmt und sehr geschichtsträchtig. Willst Du dem Zuschauer jetzt etwa Geschichte in Form einer seriösen Doku näherbringen?

Osbourne: Na, ganz so ist es nicht. Mein Vater und ich sind gemeinsam unterwegs. Klar spielt unsere Beziehung auch eine Rolle. Wir besuchen zusammen außergewöhnliche Plätze. Beispielsweise Stonehenge: Jeder kennt dieses Mysterium irgendwo in England. Doch wie viele waren denn schon dort? Mit unserem Besuch bei den Steinen, die tatsächlich enorm faszinierend sind, erzählen wir auch, wie sie entstanden sind. Und welche ungelösten Rätsel sie immer noch in sich verbergen. Das allerdings auf eine sehr lockere Art und Weise! Unterm Strich: Ja, wir machen eine History-Doku.

teleschau: Gerade Schüler finden das Fach Geschichte doch enorm anstrengend. Warst Du etwa einer dieser Nerds, die sich in der Schule für Geschichte tatsächlich begeistern konnten?

Osbourne: Ja, ich gebe es zu. Ich mochte das Fach Geschichte damals in der Schule. Ich hatte Spaß daran, etwas aus einer Vergangenheit zu hören. Aus einer Zeit, die uns doch heute auch noch irgendwie beeinflusst. Auch mein Vater ist ein History-Freak. Okay, er interessiert sich mehr für das 20. Jahrhundert. Zweiter Weltkrieg und so! Ich kann mich gut daran erinnern, auf der Couch zu sitzen und mit ihm die neueste Weltkriegs-Doku im Fernsehen anzusehen.

teleschau: Wäre Euer Reiseprojekt auch ohne Deinen Vater möglich gewesen? Schließlich: Er ist Ozzy!

Osbourne: Ohne ihn wäre sie zweifelsohne ganz anders geworden. Bestimmt aber wäre sie nicht so lustig. Als ich ihn gefragt hatte, ob er diesen Trip in die Geschichte mit mir machen wolle - und zwar vor Kameras - dachte ich eigentlich, er lehnte ab. Umso überraschter war ich, als er sofort zugesagt hat.

teleschau: Also hast Du ihn drauf gebracht?

Osbourne: Ja. Und er meinte nur: "Okay, das machen wir!"

teleschau: Aber Ozzy hatte doch gesagt, dass er keine Soap vor der Kamera mehr machen will, oder?

Osbourne: Stimmt. Tatsächlich hatte mein Vater irgendwann bemerkt, dass er mehr als Soap-Figur angesehen wurde - und das, obwohl er sich selbst immer als Musiker verstanden hatte und noch heute versteht. Nein, er wollte eigentlich nicht mehr vor die Kamera.

teleschau: In der ersten Episode sagt Dein Vater, es sei das erste Mal, dass ihr beide gemeinsam auf einen Trip geht. Ist das wahr?

Osbourne: Ja, das stimmt wirklich. Natürlich waren wir auch schon gemeinsam in den Ferien. Dann allerdings immer als Familie - mit meiner Mutter, meinen Schwestern. Dass nur mein Vater und ich zusammen unterwegs waren, ist tatsächlich im Rahmen der Doku das erste Mal passiert.

teleschau: Du hast zwei Kinder. Müssen sie auch 30 Jahre lang warten, dass sie gemeinsam mit ihrem Vater reisen dürfen?

Osbourne: Nein, denn das ist bereits passiert. So waren wir unter anderem schon gemeinsam in London. Ich unternehme wirklich viel mit meinem beiden Töchtern. 30 Jahre lang hätte ich bestimmt nicht gewartet.

teleschau: Dann hast Du doch etwas gelernt von Deinem Vater.

Osbourne: Ja, und zwar genau das, was so viele andere auch machen. Als junge Eltern versucht man in der Erziehung genau das Gegenteil dessen, was die eigenen Eltern möglicherweise falsch gemacht hatten (lacht).

teleschau: Wo hat es Dir bei der Reise mit Ozzy am besten gefallen?

Osbourne: Kuba hat mir sehr gut gefallen. Rapid City in South Dakota, ein überschaubarer Ort in der Nähe von Mount Rushmore, hatte eine besondere Atmosphäre. Und auch Japan war beeindruckend. Die besten Momente aber hatte ich, wenn die Kameras mal nicht gelaufen sind. Dann hatte ich die Zeit, alleine eine nähere Umgebung zu erkunden. Passiert ist dabei eigentlich nicht viel. Aber ich habe immer noch sehr genaue Erinnerungen an diese oder jene Kleinigkeit.

teleschau: Warst Du schon immer gerne unterwegs auf Reisen?

Osbourne: Nur für die "Jack Osbourne: Adrenaline Junkie", eine Sendung über Extremsportarten, die vor allem in Großbritannien super lief, war ich beinahe ununterbrochen unterwegs. In nur vier Jahren waren zwei Reisepässe voll und prall gefüllt mit Stempeln und Visa.

teleschau: Gibt es dann noch einen weißen Fleck, den Du noch nicht gesehen hast?

Osbourne: In Südamerika bin ich bislang kaum gewesen. Nur Argentinien, das war's. Brasilien, Peru oder Chile sind Länder, die ich noch unbedingt sehen will.

teleschau: In einer zweiten Staffel von "Ozzy & Jack's World Detour" hättest Du die Möglichkeit dazu. Wird diese denn kommen?

Osbourne: Ja, Ende März beginnen die Dreharbeiten. Die genauen Ziele, wohin es gehen wird, sind allerdings noch nicht sicher. Es wird aber wohl noch mehr in die Richtung eines Roadtrip gehen.

teleschau: Dein Vater sollte dann auch mehr Zeit haben. Mit Black Sabbath hat er doch gerade sein letztes Konzert gegeben.

Osbourne: Tatsächlich sollte es nun etwas entspannter werden. Bei der ersten Staffel mussten die Drehtage immer mit den Tourterminen abgestimmt werden. Vor allem für meinen Vater war das sehr anstrengend.

teleschau: Ist es richtig zu behaupten, Ihr beide versucht so etwas wie Teil zwei der legendären "Osbournes"?

Osbourne: Die Reise-Doku ist bestimmt keine Fortsetzung der "Osbournes". Sie ist längst nicht so verrückt wie "Die Osbournes" früher einmal waren. Dafür sind mein Vater und auch ich in den letzten 15 Jahren älter und wohl auch reifer geworden. So gesehen zeigt "Ozzy & Jack's World Detour" mehr eine Entwicklung der Osbournes.

teleschau: Als Jugendlicher bist Du mehr oder weniger vor Kameras aufgewachsen und groß geworden. Wenn dir jemand sehr viel Geld bieten würde, würdest Du eine vergleichbare Serie wie damals "The Osbournes" zulassen - nur eben in Deinem Haus, mit deiner Frau und den beiden Kindern?

Osbournes: Man sollte eigentlich niemals nie sagen. Aber ich glaube, dass eine Reality über meine eigene Familie wohl kaum interessieren würde. Im Vergleich zu dem Haus, in dem ich aufgewachsen bin, führen wir ein normales Familienleben. Für das Fernsehen könnte man es fast schon als langweilig bezeichnen.