Mischwesen aus menschlichem Gehirn und Roboter-Körper: Scarlett Johansson macht als Major eine gute Figur.

2017 Paramount Pictures


Spektakuläre Actionszenen à la "Matrix" stehen auch "Ghost In The Shell" gut.

2017 Paramount Pictures


Gefangen im falschen Körper? Major (Scarlett Johansson) stellt sich die Frage aller Fragen: Wer bin ich?

2017 Paramount Pictures


Pilou Asbaek spielt Batou. Er kämpft an der Seite von Major (Scarlett Johansson).

2017 Paramount Pictures


Charakterkopf: Takeshi Kitano ("Outrage Beyond") spielt Aramaki.

2017 Jasin Boland / Paramount Pictures


Dystopische Zukunftsvision: Implantate sollen die Menschen "upgraden", doch sie werden auch für finstere Pläne missbraucht.

2017 Paramount Pictures


Regisseur Rupert Sanders ("Snow White And The Huntsman") inszenierte die Realverfilmung des Manga- und Anime-Klassikers "Ghost In The Shell".

2017 Jasin Boland / Paramount Pictures


Regisseur Rupert Sanders (rechts) und Schauspieler Takeshi Kitano am Set von "Ghost In The Shell".

2017 Jasin Boland / Paramount Pictures


Spektakuläre Optik in 3D: "Ghost In The Shell" geizt nicht mit visuellen Reizen.

2017 Paramount Pictures


Kann man der Hilfsbereitschaft dieser Roboter-Geisha trauen?

2017 Paramount Pictures


Surreal wie ein Anime - tatsächlich geht "Ghost In The Shell" zurück auf ein gleichnamiges Manga.

2017 Paramount Pictures


Scarlett Johansson haucht dem Mensch-Roboter-Hybriden Major Leben ein.

2017 Paramount Pictures


Android mit Identitätskrise? Major (Scarlett Johansson) ist auf der Suche nach dem Sinn des Lebens - und ihrer eigenen Vergangenheit.

2017 Paramount Pictures


In "Ghost In The Shell" gilt das ungeschriebene Gesetz jedes Science-Fiction-Thrillers: Nichts ist, wie es scheint.

2017 Jasin Boland / Paramount Pictures


Frau im Spiegel: Wer steckt unter der schönen Hülle von Major (Scarlett Johansson)?

2017 Jasin Boland / Paramount Pictures


Das japanische Original von "Ghost In The Shell" war maßgeblich mitverantwortlich für den Siegeszug von Mangas und Animes in Europa.

2017 Jasin Boland / Paramount Pictures

Ghost In The Shell

Ghost In The Shell – Die Matrix lässt grüßen

von Michael Eichhammer in Kino

Nach Luc Bessons "Lucy" und Natasha Romanoff alias Black Widow in den "Avengers"-Filmen versucht sich Scarlett Johansson erneut als Actionheldin. Bei "Ghost in the Shell" handelt es sich wie bei genannter Marvel-Reihe um die Realverfilmung einer Comic-Vorlage. Der Science-Fiction-Kracher basiert auf dem gleichnamigen Manga von Masamune Shirow. Als Anime wurde die Story bereits mehrfach inszeniert, nun haucht Regisseur Rupert Sanders ("Snow White and the Huntsman") den Figuren mit realen Schauspielern Leben ein. Popcorn-Kino trifft dabei auf die philosophische Suche nach dem Kern der Menschlichkeit. Kann diese gewagte Mischung aufgehen?

In der nahen Zukunft öffnet sich die Gesellschaft zunehmend dem Thema "Cyber-Verbesserungen". Will heißen: Dem menschlichen Körper wird mit Implantaten ein Upgrade verpasst. In einem Fall geht die Technik dabei weiter als bisher: Major (Scarlett Johansson) ist ein Cyborg - ihr Gehirn wurde in einem Roboterkörper untergebracht. Als Erste ihrer Art soll Major für ihren Dienstherrn ihre übermenschlichen Fähigkeiten als Teil des Elitekommandos Sektion 9 einsetzen. Der erklärte Feind: ein Hacker, der die Cyber-Technologien von Hanka Robotic zerstören will.

Mit Action-Choreographie und Special Effects auf Top-Niveau wäre die Suche nach dem Bösewicht schon unterhaltsam genug fürs klassische Popcorn-Kino, doch damit gibt sich der Film nicht zufrieden: Regisseur Rupert Sanders schickt seine Heldin nebenbei auch auf eine Suche nach sich selbst. Die Sinnkrise lässt den Cyborg Major die großen philosophischen Fragen stellen: Wer bin ich? Werden wir definiert von unseren Handlungen oder von unserer Vergangenheit? Ist der Mensch ein Verstandeswesen oder vom Herzen gesteuert? Ist unsere äußere Hülle, die "Shell", wichtiger oder unser "Ghost", die unsterbliche Seele?

So mancher dieser Diskurse geht ein wenig unter im Kugelhagel und Action-Ballett, doch in seinen ruhigen Momenten überrascht "Ghost In The Shell" angenehm und wächst über sein Genre hinaus. Vor allem bei Majors scheinbar zufällige Begegnung mit einer älteren Dame (Kaori Momoi, "Die Geisha") demonstriert Regisseur Rupert Sanders eindrucksvoll, dass auch Comicfiguren in Actionfilmen realistische Charaktere mit psychologischer Tiefe sein können.

"Eine Welt, wie sie die Zuschauer noch nie gesehen haben", versprach der Regisseur in einem Interview vollmundig. Tatsächlich geizt vor allem Scarlett Johansson im hautengen Catsuit nicht mit Reizen. Die Kulisse erinnert an Science-Fiction-Klassiker wie "Blade Runner", die Action-Szenen an die "Matrix"-Kultfilme. Die Reminiszenzen an die "Matrix"-Trilogie sind nicht ganz zufällig: Die Wachoswki-Geschwister erklärten seinerzeit, dass die Idee zu "Matrix" nicht zuletzt vom Manga "Ghost In The Shell" aus dem Jahr 1989 inspiriert war.

Vor allem in der 3D-Version sorgen die Stunts und Spezialeffekte nun für großes Popcorn-Kino. Dass Rupert Sanders hier reichlich Gas gibt, ist eine weise Entscheidung, denn die Fangemeinde von "Ghost In The Shell" setzt sich aufgrund diverser Adaptionen aus Manga-, Anime- und Videospiel-Fans zusammen. Optisch erfüllt die Realverfilmung die hohen Erwartungen allemal. Der Soundtrack von Clint Mansell ("Requiem for a dream") sorgt zusätzlich für atmosphärische Dichte.

Auch der allen guten Science-Fiction-Thrillern innenwohnende Grundgedanke wird hier bedient: Nichts ist, wie es scheint. Denn die Grenzen zwischen Gut und Böse entpuppen sich am Ende als ebenso trügerisch wie die von Mensch und Maschine. Mit der Idee, die Suche nach dem Bösewicht mit der Suche nach Majors eigener Identität zu verknüpfen, hievt der Film das Niveau deutlich über den Genredurchschnitt.

Filmbewertung ausgezeichnet
Filmname Ghost In The Shell
Originaltitel Ghost In The Shell
Starttermin 30.03.2017
3D 3D Info
Regisseur Rupert Sanders
Genre Science Fiction
Schauspieler Scarlett Johansson
Schauspieler Pilou Asbaek
Schauspieler Michael Pit
Entstehungszeitraum 2017
Land USA
Freigabealter noch unbekannt
Verleih Paramount
Laufzeit 106 Min.