Die Pop- und Funk-Legende Prince wurde nur 57 Jahre alt. Am 21. April 2016 wurde der ungeheuer einflussreiche Musiker leblos in seinem Tonstudio Paisley Park in Minnesota aufgefunden.

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Gericht stoppt Prince-Veröffentlichung

von teleschau - der mediendienst in Musik

Zum ersten Todestag von Prince am 21. April sollte sie erscheinen: "Deliverance", eine sechs Songs starke EP, Lieder, die bisher noch nicht veröffentlicht wurden. Der für die Aufnahmen verantwortliche Toningenieur George Ian Boxill kündigte dies vor wenigen Tagen an. Doch aus dem Überraschungs-Release wird nun doch nichts. Wie das Unterhaltungsportal "TMZ" berichtet, erließ ein US-Bundesgericht am Mittwoch auf Antrag der Nachlassverwalter des Funk-Superstars eine einstweilige Verfügung, die untersagt, dass das Material veröffentlicht wird.

Boxills Vorhaben kommt offenbar eine von ihm zur Zeit der Aufnahmen zwischen 2006 und 2008 unterschriebene Vertraulichkeitsvereinbarung in die Quere. Er besitze gar nicht das Recht, die Lieder eigenständig zu veröffentlichen. Er wollte dem Bericht zufolge die EP ohne Labelunterstützung und Beteiligung der Nachlassverwalter über iTunes und Amazon vertreiben, "TMZ" berichtet von Millionen von Vorbestellungen, die bisher eingegangen seien. Der Titelsong "Deliverance" wurde bereits zu Verfügung gestellt, was Boxill nun teuer zu stehen kommen könnte. Prince' Erben fordern gleichzeitig die Herausgabe aller vom Produzenten archivierter Masterbänder; auf den Download-Plattformen ist die Platte nicht mehr verzeichnet.

Amerikanische Medien berichteten bereits von Tausenden teils fertigen Tracks von Prince, die noch nicht mit der Öffentlichkeit geteilt wurden. Ob sich dies bald ändern wird, darüber herrscht aktuell noch keine Klarheit. Auf der Best-of Veröffentlichung "Prince 4Ever" aus dem November des letzten Jahres war zumindest ein "neuer" Song zu hören. Derweil ist Prince' Tod vor einem Jahr noch immer nicht ganz aufgeklärt. Jüngsten Berichten zufolge sollen bei Hausdurchsuchungen in dessen Wohnräumen in Minnesota jede Menge teils starke Schmerztabletten gefunden worden sein, die zum Teil auf andere Namen verschrieben worden waren. Der Musiker starb an einer mutmaßlich versehentlich konsumierten Überdosis verschreibungspflichtiger Schmerzmittel.