Katherine Langford spielt in "Tote Mädchen lügen nicht" die junge Hannah Baker, die sich das Leben nimmt. Unter anderem aufgrund des unsensiblen Umgangs mit dem Thema Suizid wird die Netflix-Serie heftig kritisiert.

Netflix / Beth Dubber

Wegen Suizid-Szenen: Netflix-Serie „Tote Mädchen lügen nicht“ in der Kritik

von teleschau - der mediendienst in Home-Entertainment

Die Netflix-Serie "Tote Mädchen lügen nicht", die seit Anfang März weltweit abrufbar ist, wurde zum Start mit Lob überhäuft. Inzwischen werden aber immer mehr kritische Stimmen laut. Die Handlung des US-Formats: Ein Mädchen, das Selbstmord beging, hat vor ihrem Tod sieben Kassetten aufgenommen, auf denen sie 13 Gründe für ihren Suizid erklärt. Im Lauf der Serie werden dann verschiedene Personen aus ihrem Umfeld mit diesen Tapes konfrontiert.

Nachdem inzwischen bereits vielfach Kritik daran geäußert wurde, dass Themen wie Depression und Suizid-Prävention nicht angemessen behandelt würden, meldete sich nun auch die australische Gesundheitsorganisation Headspace zu Wort. Auf der eigenen Website warnte Headspace ausdrücklich vor dem Konsum der Serie, weil sie die Methoden für einen Suizid sehr detailliert schildere. Vor allem junge Menschen mit psychischen Problemen seien gefährdet.

SAVE, eine Organisation zur Suizid-Prävention, veröffentlichte zuletzt sogar eine Liste mit Tipps für den Konsum von "Tote Mädchen lügen nicht". Darin werden Zuschauer unter anderem ermutigt, mit Freunden oder Familienangehörigen über das Gesehene zu sprechen; zudem wird darauf hingewiesen, dass Selbstmord nie heldenhaft oder romantisch sei. Die Macher der Serie hatten ihrerseits in einer Behind-the-Scenes-Episode erklärt, dass sie den Suizid in "Tote Mädchen lügen nicht" absichtlich so detailliert dargestellt hätten, um der Thematik ehrlich zu begegnen und das Bewusstsein des Publikums zu schärfen.