Richard Gere ist überzeugt: China torpediert seine Hollywood-Karriere.

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Im Abseits? Richard Gere glaubt, dass er wegen seines Einsatzes für Tibet keine großen Hollywood-Rollen mehr bekommt.

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Richard Gere ist seit Jahren eng mit dem Dalai Lama befreundet.

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Im Jahr 1959 musste der Dalai Lama nach Indien fliehen. Seitdem lebt er dort im Exil.

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Richard Gere: Torpediert China seine Karriere?

von teleschau - der mediendienst in Kino

Der chinesische Einfluss in Hollywood wächst. Wang Jianlin, reichster Mann im Reich der Mitte, kaufte sich unlängst in die Traumfabrik ein, und kaum ein Blockbuster kommt mehr ohne chinesische Nebenfiguren aus. In Fernost winkt schließlich ein noch lange nicht gesättigter Milliardenmarkt. Auch Richard Gere, einst einer der bestbezahlten Schauspieler der Welt, scheint den chinesischen Einfluss auf die Traumfabrik zu spüren. Im negativen Sinne allerdings.

Sein Engagement für das von China besetzte Tibet habe ihn die Karriere gekostet, klagt Gere jetzt in einem Interview mit dem "Hollywood Reporter". Schon 1993 prangerte der Schauspieler und gute Freund des Dalai Lama auf der Oscar-Verleihung die "schreckliche Menschenrechtssituation" in Tibet an, 2008 forderte er einen Boykott der Olympischen Spiele in Peking. "Es gibt definitiv Filme, in denen ich nicht mitspielen kann, weil die Chinesen sagen werden: 'Nicht mit ihm'", zitiert der "Hollywood Reporter" den 67-Jährigen. "Es gab kürzlich einen Vorfall mit jemandem, der sagte, er könne einen Film mit mir nicht finanzieren, weil das die Chinesen erzürnen würde."

Tatsächlich war Richard Gere, der mit Filmen wie "Ein Offizier und Gentleman" oder "Pretty Woman" einem Millionenpublikum bekannt wurde, zuletzt vor allem in Independent-Produktionen zu sehen. Sein aktueller Film "Norman: The Moderate Rise and Tragic Fall of a New York Fixer" ist in den USA derzeit nur in wenigen Kinos zu sehen.

Stimmen die Vorwürfe, ist Gere nicht der erste Hollywood-Star, der den Druck Chinas zu spüren bekam: Der französische Regisseur Jean-Jacques Annaud wurde von China mit einem Einreisebann belegt, nachdem er 1997 "Sieben Jahre in Tibet" gedreht hatte. Vor zwei Jahren konnte Annaud in der chinesischen Provinz Innere Mongolei allerdings den Film "Der letzte Wolf" abdrehen.

China hatte das unabhängige Tibet 1951 besetzt und den Dalai Lama acht Jahre später ins Exil getrieben. Vor allem in den 1960-er Jahren wurden unzählige Kulturschätze auf dem Dach der Welt vernichtet und Zehntausende Menschen getötet. Heute ist Tibet eine autonome Provinz innerhalb der Volkrepublik China. Menschenrechtsorganisationen prangern regelmäßig schwere Menschenrechtsverletzungen und die Missachtung der Religionsfreiheit der Tibeter an.