Kaum eine Firma katapultiert seine Klassiker so konsequent in die Gegenwart wie Square Enix. Das neueste Remake: "Final Fantasy 12".

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Die 3D-Geometrie des PS2-Klassikers wurde gelungen HD-fit gemacht, auch die neuen Lichteffekte können sich sehen lassen. Grafisch zeitgemäß wird der Rollenspiel-Oldtimer dadurch jedoch nicht.

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Das ausgefeilte Kampfsystem ist die größte Stärke von "FF 12", klassische Rundenkämpfe sucht der Serien-Fan allerdings vergeblich. Trotzdem sind die Gefechte extrem taktisch.

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Das Kampfsystem von "Final Fantasy 12" lässt sich fast vollständig automatisieren und erinnert an westliche MMORPGs. Die bunten Linien zeigen, wer wen im Visier hat.

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Zufallskämpfe gehörten mit "FF 12" endlich der Vergangenheit an: Man sieht die feindlichen Kolosse schon vor dem Kampf durchs Terrain stampfen und kann ihnen mit etwas Geschickt sogar ausweichen.

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Final Fantasy 12: The Zodiac Age

Final Fantasy 12: The Zodiac Age – Brückenschlag in die Moderne

von Robert Bannert in Games

Über zehn Jahre nach seiner Erstveröffentlichung scheiden sich an "Final Fantasy 12" noch immer die Geister. Der Titel markierte einen Umbruch in der Rollenspielreihe: Die Abkehr von rundenbasierten Gefechten war nur ein Element im Mix aus Tradition und Moderne, der bei Fans für Unmut sorgte, aber nötig war. Für die PS4 hat Square Enix seinen PS2-Klassiker nun neu inszeniert - überarbeitete HD-Grafiken, neue gesetzte Lichtquellen und modernes Effektgewitter inklusive. Aber der eigentliche Star der PS4-exklusiven Neuauflage ist nicht die aufpolierte Optik, sondern ein ganzer Schwung von neuen Mechanismen, die bislang japanischen Spielern vorbehalten waren.

Wenn man es genau nimmt, ist "Zodiac Age" kein Remaster des Original-"Final Fantasy 12" (2006), sondern der überarbeiteten japanischen Fassung mit dem Namenszusatz "International Zodiac Job System", die 2007 auf den Markt kam. Das titelgebende Feature verfeinert die Charakter-Entwicklung erheblich und eröffnet jeder Figur zwei individuelle Karriere-Wege, die man durch die Belegung Brettspiel-ähnlicher Felder modifizieren darf.

Ansonsten ist beim Streifzug durch Ivalice alles beim Alten geblieben: Nach wie vor erkunden Held Vaan und seine Gefährten den im Krieg zwischen zwei Königreichen aufgeriebenen Landstrich - und Serien-typisch werden dabei Fantasy-Elemente wie Schwertkämpfe oder Zauberei mit Science-Fiction-Stilmitteln wie Raumschiffen und Antigravitations-Antrieben durchmischt.

Einmalig in der "Final Fantasy"-Historie sind allerdings die überdeutlichen "Star Wars"-Anleihen: Jede Figur und jeder Schauplatz von Lucas' berühmter Sternensaga findet hier seine Entsprechung - selbst Bösewicht Darth Vader ist in Form des maskierten Schurken Richter Gabranth vertreten.

Spielerisch ist "Final Fantasy 12" bis heute umstritten, weil es viele japanische Design-Konventionen über Bord warf und sich stattdessen üppig bei westlichen Genre-Vertretern bediente: Die verschiedenen Gebiete, in die Squares Designer ihre virtuelle Welt unterteilt hatten, fühlten sich wie die Instanzen aus einem Online-Rollenspiel an.

Vor allem das Kampfsystem erinnert frappierend an Titel wie "World of Warcraft", denn die meisten Gefechts-Vorgänge lassen sich fast vollständig automatisieren. Das Resultat ist ein Kosmos, der sich zwar ungewohnt entspannt durchqueren lässt, dafür aber dramatisch anders anfühlt wie von der Reihe bis dato gewöhnt. Rückwirkend betrachtet war das damals harsch kritisierte "FF 12" seiner Zeit voraus, heute ist der Einsatz MMO-ähnlicher Spielmechanismen in Singleplayer-Rollenspielen nämlich allgemein akzeptiert.

Wer der HD-Version von "Final Fantasy 12" trotz Genre-fremder Design-Einflüsse und noch immer leicht klobiger Präsentation eine Chance gibt, entdeckt unter einen der komplexesten und am geschicktesten ausbalancierten Rollenspiel-Trips der letzten 20 Jahre: Das Abenteuer in Ivalice ist der letzte große Spross einer altehrwürdigen Serie und seinen Nachfolgern in beinahe jeder Hinsicht überlegen.

System PlayStation
Spielname Final Fantasy 12: The Zodiac Age
Hersteller Square Enix
Vertrieb Koch Media
Genre
Erhältlich ab 11.07.2017
Bewertung Gesamt sehr gut