Der sowohl solo als auch im Multiplayer-Verbund spielbare Sci-Fi-Shooter "Destiny" geht in die zweite Runde.

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Der Anfang von "Destiny 2" ist niederschmetternd: Der die nahezu ausgestorbene Menschheit beschützende "Reisende" wird von einer Übermacht der "Kabale" erobert und stillgelegt.

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Müssen sich erst mühselig neu formieren: Die vom Kabale-Großangriff buchstäblich überfahrenen Hüter. Ohne den "Reisenden" haben die meisten von ihnen ihre Kräfte verloren.

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Sind jetzt wesentlich mächtiger als im ersten Teil und werden aus der Verfolgerperspektive gespielt: Die "Super"-Fähigkeiten des Helden.

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Die Gebiete warten in Teil 2 mit feineren Texturen und mehr Grafikdetails auf, allerdings ist das visuelle Design des Terrains nicht so individuell oder interessant wie im Vorgänger-Spiel.

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Wie bei Teil 1 darf der Spieler zwischen drei Klassen wählen - dem schießwütigen Jäger, dem auf Nahkampf-Manöver spezialisierten Titanen und dem Warlock mit seinen machtvollen Magie-Manövern. Ebenfalls wieder mit von der Partie: der schwebende "Geist", der die Fähigkeiten eines Hüters mit der Licht-Energie des "Reisenden" verknüpft.

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Dialoge mit Nichtspieler-Figuren sollen der Kampagne mehr Tiefe verleihen und ordentlich Stimmung machen - leider wurden die meisten Figuren in der deutschen Version eher dilettantisch vertont.

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Hat wieder einen hohen Stellenwert: Ausrüstung-Verwaltung und Fähigkeiten-Ausbau im Menü.

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Will die Kräfte des "Reisenden" für sich selber nutzen: Kabale-Imperator Ghaul.

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Einmal mehr wird der zu bereisende Planet über eine Sternenkarte ausgewählt - anschließend folgt eine Raumschiff-Animation, um die Ladepause zu kaschieren.

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Bild 12 zu "Destiny 2"

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Destiny 2

Destiny 2 – Kabale und Hiebe

von Robert Bannert in Games

Keine Gnade für die Menschheit - und die Spieler: Der in "Destiny" mühsam erkämpfte Fortschritt geht bei Teil zwei von Bungies Multi-Millionen-Dollar-Shooter nach einem packend präsentierten Prolog in Rauch auf. Die "Dunkelheit" ist da - und sie knipst dem gottähnlichen "Reisenden" einfach das Licht aus. Großer Knall, viele Fragezeichen, alles auf Anfang. PS4- und Xbox-One-Besitzer kann das offenbar nicht schrecken. Über 1,2 Millionen von ihnen stürzen sich derzeit in den Kampf das Böse im Universum - täglich! Warum eigentlich?

Als Activision 2013 den Shooter "Destiny" von "Halo"-Erfinder Bungie veröffentlichte, wollte man nicht nur eine neue, langlebige Marke etablieren, sondern auch all jene locken, die bislang einen großen Bogen um Online-Shooter gemacht haben. Beides ist geglückt: Dem Videospiel, das 500 Millionen Dollar an Entwicklungs- und Marketing-Kosten verschlungen haben soll, gelang der erfolgreichste Start einer neuen Unterhaltungsmarke aller Zeiten.

Nun gibt es den Nachfolger - vorerst für Konsolen, ab 24. Oktober auch für PC. Mit ihm will Activision offenbar in erster Linie die Nutzer bei der Stange halten, die in den ersten Teil viel Geld und Zeit investiert haben - und im Gegensatz zu Neueinsteigern in der Lage sind, der etwas mystisch aufgeladenen Sci-Fi-Story und dem ewigen Konflikt zwischen Licht und Dunkelheit folgen zu können. Aus diesem Grund legt Bungie in "Destiny 2" gleich zu Beginn eine wesentlich härtere Gangart ein: Indem man den geheimnisvollen "Reisenden" durch einen Großangriff der Kabale-Aliens gefangen nehmen lässt, beraubt man die tapferen "Hüter" ihres wichtigsten Verbündeten - und ihrer aller ihrer Superfähigkeiten.

Oder doch nicht? Zwar bekommt man schon nach wenigen Stunden seine wichtigsten Talente zurück, doch die Botschaft ist klar: Hier kann jederzeit alles passieren! Selbst die sonst für das Spiel typische Fähigkeit des Hüters, nach dem Ableben wieder putzmunter ins Kampfgetümmel einzutauchen, kann zeitweise außer Kraft gesetzt werden.

Auch sonst zieht Bungie die Daumenschrauben an: Gegnern gezielt einen Treffer zu verpassen - das ist bei "Destiny 2" ebenso wenig eine Selbstverständlichkeit wie ein weitläufiges Terrain, auf dem die feindlichen Streitkräfte bequem flankiert und ausmanövriert werden können. Wer das erste "Destiny" vor allem für seine Bewegungsfreiheit und seine intuitive Kampfdynamik schätzte, bekommt hier zunächst einen empfindlichen Dämpfer versetzt.

Und das, obwohl sich "Destiny 2" sichtlich Mühe gibt, mehr Stimmung aufzubauen als der erste Teil. Die Kampagne ist dank zahlreicher Videosequenzen deutlich aufwendiger inszeniert. Schade nur, dass weder Dialoge noch Vertonung das Niveau halten können.

Ausgesprochen gut gelungen ist den Entwicklern dafür die visuelle Präsentation: Obwohl längst nicht jede Umgebung so spektakulär wie die Erde oder der Wassermond Titan ausfällt, bietet das Spiel ein abwechslungsreiches Kaleidoskop aus verschiedensten Szenarien, die mit etlichen Storymissionen und Nebeneinsätzen locken.

Umso enttäuschender, dass man die zunächst interessante Erzählung um die Zerschlagung der Hüter-Stadt und die Gefangennahme des "Reisenden" nicht konsequent durchhält: Sobald der Prolog vorbei ist und sich die Überlebenden in die trügerische Sicherheit der ausrangierten Gebirgs-"Farm" geflüchtet haben, beginnt das übliche Wechselspiel aus platt vorgetragenen Standard-Briefings, mechanischer Missions-Abarbeitung und manischer Jäger- und Sammlertätigkeit.

Wer sich mit diesen Abstrichen arrangieren kann, bekommt die gewohnt gelungene Mixtur aus Shooter, Rollenspiel und hemmungslosem Hoch-Leveln: Ganze Hundertschaften garstiger Alien-Bestien umzupusten, um anschließend fette Beute, Erfahrungspunkte und die verschiedensten Schießprügel einzustreichen - das macht gerade im Team noch immer so viel Spaß wie 2013. Und wem das noch nicht reicht, der lässt sich wie gewohnt auf ein paar Runden Profi-Shootout im "Schmelztigel" ein - also dem Teil von "Destiny 2", der mit Online-Varianten wie "Capture the Flag" oder "Konflikt" dem klassischen Multiplayer-Erlebnis anderer Shooter am nächsten kommt.

Wer "Destiny 2" allerdings wie den ersten Teil vor allem als Solo-Abenteuer mit nur gelegentlichen Koop-Abstechern genießen möchte, sollte vielleicht erst einmal abwarten: Hier gibt sich die Fortsetzung - abgesehen von den anfangs üblichen Server-Schwierigkeiten, Wartungsarbeiten und gelegentlichen Abstürzen auf der PS4 Pro - die bisher größte Blöße. Aktuell fühlt sich das Ganze mehr nach Erweiterung oder Neuauflage denn nach Fortsetzung an - zumal sich Bungie so gar keine Mühe gibt, Neuankömmlinge bei der Hand zu nehmen und ihnen Szenario oder Spielmechanismen zu erklären.

System PlayStation
System PC / Mac
System Xbox
Spielname Destiny 2
Hersteller Bungie
Vertrieb Activision
Genre
Erhältlich ab 06.09.2107
Bewertung Gesamt gut