Das Ehepaar Honecker (Johanna Gastdorf, Martin Brambach) freut sich über Besuch in Chile - in der vor allem in den letzten 30 Minuten sehr starken Komödie "Willkommen bei den Honeckers", die zum Tag der Deutschen Einheit läuft (Dienstag, 3. Oktober, 20.15 Uhr, ARD).

ARD Degeto / Fréderic Batier


Erich Honecker (Martin Brambach) hat den Kommunistengruß nicht verlernt.

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Sozialistischer Bruderkuss unter Ungleichen: Johann Rummel (Max Bretschneider, links) ist es gelungen, sich ein Interview mit Erich Honecker (Martin Brambach) in dessen chilenischen Exil zu ergaunern.

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Die wahre Geschichte eines irrwitzigen Interviews: Kellner Johann Rummel (Max Bretschneider, links) wird zum letzten Freund Erich Honeckers (Martin Brambach), als dieser in Chile auf den Tod wartet.

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Begegnung auf den letzten Lebensmetern: Margot Honecker (Johanna Gastdorf) ist skeptisch, weil sich der junge Besucher Johann Rummel (Max Bretschneider, rechts) in das Herz ihres Mannes Erich Honecker (Martin Brambach) schleicht.

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Erich Honecker, das Original, im Jahr 1980 bei einem Mannöver des Warschauer Paktes. Honecker kam 1912 im Saarland zur Welt und starb 1994 in Santiago de Chile. Von 1971 bis 1989 lenkte er als mächtigster Politiker seines Landes die Geschicke der DDR.

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Erich Honecker im Gespräch mit dem sowjetischen Parteichef Leonid Breschnew (links), der von 1964 bis 1982 Generalsekretär der KPdSU war.

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Der Palästinenserführer Jassir Arafat gehörte zu Erich Honeckers Verbündeten.

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Nachdem die DDR im Westen lange keine Anerkennung gefunden hatte, bewegte sich Erich Honecker gerne auf internationalem Parkett: hier mit dem japanischen Kaiser Hirohito, der im Januar 1989 starb.

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Frankfurt/Oder, 1991: Hobby-Fotograf Maik (Max Mauff, links) und "Journalist" Johann haben sich zu Sänger Heino in die Garderobe geschlichen. Der Schlagerstar hat eine kleine Gastrolle in "Willkommen bei den Honeckers".

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Bruderkuss mit Kassengestell: So sieht der ARD-Honecker aus

von teleschau - der mediendienst in TV

Einen Film über das letzte Interview Erich Honeckers 1993 im chilenischen Exil? Kann man machen, muss man nicht. Vor allem nicht als offiziellen Beitrag des öffentlich-rechtlichen Senders ARD zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober. Wenn eine tatsächlich passierte Geschichte jedoch so skurril ist, dass man sie sich kaum hätte ausdenken können, wenn zudem Honecker von Schauspieler Martin Brambach ("Tatort" aus Dresden) so genial verkörpert wird, könnte aus der Geschichte eines Gesprächs doch ein TV-Magnet werden.

Der Film "Besuch bei den Honeckers" (Dienstag, 3. Oktober, 20.15 Uhr, im Ersten) erzählt die wahre Geschichte des heutigen "Bild"-Journalisten Mark Pittelkau. Mit der erfundenen Story, er hätte als DDR-Fan im gerade wiedervereinten Deutschland eine neue, sozialistische Jugendorganisation gegründet, schaffte es der junge Kellner mit Berufswunsch Journalist, in die Villa der Honeckers nach Santiago de Chile eingeladen zu werden. Pittelkau, der im Film Johann Rummel heißt und von Max Bretschneider ("Charitè") gespielt wird, gab der extrem zurückgezogene und die Presse meidende Honecker im Juni 1993 sein letztes Interview.

Martin Brambach, der den alten Honecker mit großem Können ein altersmildes Gesicht gibt, wunderte sich, warum gerade er für die Rolle ausgewählt wurde. Der aus Dresden stammende Schauspieler kam 1967 zur Welt und war zum Zeitpunkt der Dreharbeiten 30 Jahre jünger als Honecker bei besagtem Interview.

Macht nichts, das Ergebnis zählt. Vor allem die letzten 30 Minuten des Films, die bei den Honeckers daheim spielen, sind großes, tragikomisches Fernsehen. Auch der Schlagerstar Heino, der echte, hat eine kleine Gastrolle in "Willkommen bei den Honeckers".