Sie sind Stars und wollen hier rein: Zwölf prominente und nicht ganz so prominente Kandidaten ziehen am kommenden Freitag wieder ins "Dschungelcamp" von RTL.

MG RTL D / Arya Shirazi


Sie moderieren die Ekel-Sause: Sonja Zietlow und Daniel Hartwich haben wieder allerlei C- und D-Prominenz für den RTL-Dschungel gewinnen können. Los geht's am Freitag, 19.Januar, 21.15 Uhr.

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Matthias Mangiapane
Matthias Mangiapane hat dieses Jahr schon Erfahrung mit Reality-TV sammeln können, immerhin nahm er bei "Das Sommerhaus der Stars - Kampf der Promipaare" teil. Dort hatte er seinen Partner Hubert Fella an der Seite, ins Dschungelcamp muss er nun alleine. Bekannt wurde der 34-Jährige durch seine Doku-Soap "Ab ins Beet!" im Jahr 2014.

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David Friedrich
Einen Titel hat er schon: David Friedrich bekam die letzte Rose von "Bachelorette" Jessica Paszka. Danach stand für den 28-Jährigen statt der neu gewonnen Liebe aber eher der Erfolg im Fokus, denn er ging mit seiner Band auf Tour. So wird der Musiker auch im Dschungel sicher nicht versäumen, ein bisschen Werbung für seine Gruppe Eskimo Callboy zu machen.

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Natascha Ochsenknecht
Manche Menschen wenden sich nach einer Scheidung neuen Hobbys zu. Ikebana zum Beispiel. Natascha Ochsenknecht versucht's nach der Trennung von ihrem Uwe lieber mit einer zweiten Karriere als Reality-Phänomen. Im vergangenen Jahr erreichte die 53-Jährige bei "Promi Big Brother" Platz vier. Da ist noch Luft nach oben!

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Daniele Negroni
Was wäre das "Dschungelcamp" ohne ein bisschen "Deutschland sucht den Superstar"? Daniele Negroni, der in der neunten Staffel der Casting-Show den zweiten Platz belegte, versucht nun in die Fußstapfen seines "DSDS"-Kollegen Menderes zu treten, der sich 2016 die Blätter-Krone holte.

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Giuliana Farfalla
Giuliana Farfalla gewann zahlreiche Fans durch ihre Teilnahme bei "Germany's Next Topmodel", wo sie am Ende Platz elf belegte. Mit ihrer Geschichte hob sie sich klar von den anderen Kandidatinnen ab: Giuliana ist Transgender-Model und wurde in einem männlichen Körper geboren. Nach der Klum-Show legte sich die 21-Jährige erst mal unters Messer, um größere Brüste zu bekommen.

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Ansgar Brinkmann
Ex-Fußballer Ansgar Brinkmann (unter anderem Arminia Bielefeld) trägt den Spitznamen "der weiße Brasilianer". Ob das ausreicht, um im RTL-Dschungel zu bestehen? Die Motivation des 48-Jährigen, sich vor der Nation zum Horst zu machen, ist hingegen klar: "Ich würde auch Nordkorea als Top-Urlaubsort für Familien empfehlen, wenn genug Silberlinge gezahlt werden", erzählte Brinkmann einmal in einem Interview.

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Tina York
Eigentlich heißt diese Dame Monika Schwab, aber besser bekannt ist sie unter ihrem Künstlernamen Tina York. Die heute 63-jährige Schlagersängerin verdiente ihr Geld mit Songs wie "Wir lassen uns das Singen nicht verbieten" und "Oh Mama Good Bye".

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Sandra Steffl
Eigentlich ist Sandra Steffl ja Schauspielerin. Wirklich große Leinwandhits weist die Filmografie der 47-Jährigen allerdings nicht aus. Ob sich das nach dem Dschungelcamp ändert? Eine vorsichtige Prognose: wohl eher nicht ...

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Jenny Frankhauser
Daniele Katzenberger im RTL-Dschungel - das wär's! Nur offenbar hatte die schrullige Blondine keine Lust (oder es schlichtweg nicht nötig). Was also macht RTL? Richtig: Der Sender fragte die kleine Halbschwester der Katzenberger an. Jetzt also darf die Welt Jenny Frankhauser (25) kennenlernen. Mama Iris Klein war übrigens auch schon mal bei "Ich bin ein Star" - 2013 holte sie Platz sieben.

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Kattia Vides
Sie dürfte für die meisten Oben-ohne-Momente sorgen: Bachelor-Teilnehmerin Kattia Vides. In der RTL-Kuppelshow machte die 29-Jährige vor allem mit Zicken-Allüren Schlagzeilen, kam aber immerhin in die vorvorletzte Runde. Die Erfahrung aber lehrt: Zicken überleben im Urlaub meistens nicht lang ...

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Sydney Youngblood
Ältere Semester werden sich vielleicht noch an den Namen Sydney Youngblood erinnern. Ende der 80-er hatte der Sänger zwei Hits ("If Only I Could"), seitdem hat man nur wenig von dem 57-jährigen Texaner gehört. Klingt nach der perfekten Dschungelcamp-Biografie!

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Tatjana Gsell
"Bild" nennt sie nur die "Busenmacher-Witwe": Nach dem Tod ihres Mannes, des Schönheitschirurgen Franz Gsell, machte Witwe Tatjana Anfang der 2000er unschöne Schlagzeilen - und wurde zu einer Freiheitsstrafe von 16 Monaten auf Bewährung verurteilt. Seitdem tingelt die Unterfränkin durch die Reality-Shows. Abgehärtet ist sie also. Kann sicher nicht schaden auf dem Weg zur Dschungelkrone.

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Dr. Bob
Der Arzt, dem die Camper vertrauen: Dr. Bob kümmert sich bei "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" um die Wehwehchen der Promis - auch in der neuen Staffel.

RTL / Stefan Menne

Der Vorjahressieger
So sehen Sieger aus: Marc Terenzi wurde in der vergangenen "IBES"-Staffel "Dschungelkönig".

RTL / Stefan Menne

Deutsche Leidkultur

von Sven Hauberg in TV

Mit Dschungelcamp-Schauen ist es ein bisschen wie mit Nasebohren: Jeder findet's eklig, aber jeder macht's. Gut, nicht jeder. Aber doch ziemlich viele. Mehr als 7,7 Millionen Deutsche sahen im vergangenen Januar das Finale der Ekelshow - das war immerhin jeder dritte Fernsehzuschauer. Wenn am Freitag, 19. Januar, 21.15 Uhr, bei RTL die Dschungelsause in die nunmehr zwölfte Staffel geht, dürfte die Quote kaum geringer sein. Aber warum machen die das, die Deutschen? "Der Mensch kann zwar tun, was er will, aber er kann nicht wollen, was er will", hat Schopenhauer einmal gesagt. Oh je.

Eskapismus fällt als Motiv schon mal aus. Oder schaut sich wirklich jemand hodenverzehrenden B-Promis an, um sich vom anstrengenden Arbeitsalltag zu entspannen? Da bietet die öffentlich-rechtliche Konkurrenz Seichteres. Was ist es dann? Die - freilich wenig überraschende - Antwort kommt vom Experten: "Es ist diese unglaubliche Mischung aus Schadenfreude und Voyeurismus", weiß Michael Thiel. Im Interview mit der Agentur teleschau erklärt der bekannte Hamburger Diplom-Psychologe, das Dschungelcamp - offizieller Name übrigens: "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus" - biete "eine Kombination, der die menschliche Psyche kaum widerstehen kann. Schadenfreude ist ja eine Emotion, vergleichbar mit Lachen oder dem Gefühl, wenn man guten Sex gehabt hat - es werden Hormone freigesetzt, die uns entspannen, uns in eine gute Stimmung versetzen."

Gute Stimmung? Bei diesen Gesichtern? Für die zwölfte Staffel hat sich RTL erneut im Horrorkabinett der B-Prominenz bedient und allerlei traurige Gestalten verpflichten können. Da sind die obligatorischen RTL-Eigengewächse ("Bachelorette"-Sieger David Friedrich, "Sommerhaus"-Teilnehmer Matthias Mangiapane, der "DSDS"-Zweitplatzierte Daniele Negroni und "Bachelor"-Teilnehmerin Kattia Vides). Bedient hat man sich mit "GNTM"-Teilnehmerin und Transgender-Model Giuliana Farfalle auch bei der Konkurrenz, und, ganz wichtig: RTL hat erneut eine schräge Auswahl an abgehalfterten Altstars in finanziellen Nöten ausgebuddelt. "If Only I Could"-Sänger Sydney Youngblood, Ex-Fußballer Ansgar Brinkmann (Spitzname: "der weiße Brasilianer") und Schlagersängerin Tina York ("Wir lassen uns das Singen nicht verbieten") geben sich die Ehre.

Schauspielerin Sandra Steffl dürfte das wohl unbekannteste Gesicht unter diesen vielen unbekannten Gesichtern sein. Und dass die  größten Namen auf der Besetzungsliste Tatjana Gsell und Natascha Ochsenknecht lauten - kein Kommentar. Der Tiefpunkt der Casting-Kreativität ist aber wohl Jenny Frankhauser, die Halbschwester von Daniela Katzenberger. Das Original war sich offenbar zu schade für den Dschungel. Immerhin, einen Lichtblick gibt es: Die heute fast schon obligatorische YouTuberin findet sich nicht unter den zwölf Dschungelcampern.

Das Wetter an der australischen Gold Coast, wo neben RTL diverse weitere internationale Sender seit Jahren ihre Prominenz mit Maden füttern, ist derzeit übrigens auf Krawall gebürstet. Für Ende kommender Woche verspricht der Wetterdienst Temperaturen nur knapp unterhalb der 40-Grad-Marke. Das wird sicherlich so manches Gemüt erhitzen. Danach wird's allerdings etwas kühler und vor allem: trocken. Regenwahrscheinlichkeit: maximal zehn Prozent. Gespielt wird in diesem Jahr wieder nach den althergebrachten Regeln, heißt: Alle zwölf Kandidaten bewohnen bereits zum Start wieder ein gemeinsames Camp statt zwei getrennte, wie in den beiden Vorjahren. Und das erneut unter den gestrengen Augen des Moderatorenduos Sonja Zietlow und Daniel Hartwich . Klar: Dr. Bob, Aufpasser und Anleiter bei sämtlichen Ekelprüfungen, ist auch wieder mit dabei.

Begleitet wird die Dschungelsause auch in diesem Jahr von einem Medienhype, von dem andere TV-Formate nur träumen dürfen. Schon vor Monaten ließ RTL über die "Bild"-Zeitung die ersten Namen der Kandidaten durchsickern; vor wenigen Tagen verkündete man dann, dass die Kandidaten unter anderem feuchtes Toilettenpapier und Make-up mit in den Urwald nehmen. Schnappatmung bei den Begleitmedien!

Und wenn es dann losgeht am kommenden Freitag, wird wieder eine Heerschar an Redakteuren vor den Bildschirmen kleben und noch in der Nacht Nachbesprechungen und Zusammenfassungen in die Tastaturen hacken, auf dass niemand am nächsten Morgen in der Büroküche zugeben muss, einen "Skandal" vom Vorabend verpasst zu haben. Was früher die Premierenbesprechungen aus dem Staatstheater waren, die eilig nach Fall des Vorhangs an die Redaktion telefonisch durchgegeben wurden - heute sind es die Sexbeichten aus dem australischen Dschungel. Was Schopenhauer wohl dazu sagen würde?