Als gnadenloser Sergeant Hartman in "Full Metal Jacket" wurde R. Lee Ermey (Mitte) 1987 berühmt.

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Oft in Uniform: In "Michael Bay's Texas Chainsaw Massacre" spielte R. Lee Ermey den Sheriff.

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Auch in seinem letzten Film "The Watch - Nachbarn der 3. Art" hatte Ex-Marine R. Lee Ermey den Finger am Abzug. Er war übrigens Vorstandsmitglied der NRA.

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Matthew Modine verabschiedet sich von seinem "Amigo" mit einem Vers von Dylan Thomas: "Geh nicht gelassen in die gute Nacht, im Sterbelicht sei doppelt zornentfacht".

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"Ermey war der einzig Wahre", erinnert sich Vincent D'Onofrio an den Mann, der ihn in "Full Metal Jacket" zur Schnecke machen durfte.

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„Full Metal Jacket“-Drill-Sergeant ist tot

von teleschau - der mediendienst in Kino

Als Gunnery Sergeant Hartman machte er ihnen in "Full Metal Jacket" die Hölle heiß. Nun nehmen Matthew Modine und Vincent D'Onofrio mit bewegenden Worten Abschied von ihrem Co-Star R. Lee Ermey, der am Sonntag im Alter von 74 Jahren in Santa Monica an den Folgen einer Lungenentzündung verstarb. "Immer treu, immer loyal. Geh nicht gelassen in die gute Nacht, im Sterbelicht sei doppelt zornentfacht", twitterte Matthew Modine über den Schauspieler, der von 1961 bis 1971 tatsächlich dem Marine Corps angehörte und im Vietnamkrieg diente. Nachdem ihn bereits Francis Ford Coppola 1979 als Berater für den "Apocalypse Now" engagiert hatte, sollte Ermey auch am Set von "Full Metal Jacket" eigentlich nur sein Militärwissen zur Verfügung stellen. Als Regisseur Stanley Kubrick jedoch eine Aufnahme davon sah, wie der studierte Kriminologe und Theaterwissenschaftler beim Casting 15 Minuten lang potenzielle Soldatendarsteller beschimpfte, ohne sich zu wiederholen, engagierte er den Veteranen selbst. "Ermey war der einzig Wahre", erinnert sich Co-Star D'Onofrio, der im Antikriegsfilm am meisten unter den verbalen Attacken des vierfachen Vaters zu leiden hatte. "Zu hören, dass er verstorben ist, ruft in mir schöne Erinnerungen an unsere gemeinsame Zeit wach".

Die Rolle, die ihm eine Golden-Globe-Nominierung einbrachte, sollte R. Lee Ermey später in Produktionen wie "The Frighteners", "Toy Story" oder "Die Simpsons" persiflieren. Größere Parts übernahm er jedoch auch in Filmen wie "Dead Man Walking", "Willard" oder "Michael Bay's Texas Chainsaw Massacre". Seinen letzten Kino-Auftritt hatte Ermey 2012 in der Komödie "The Watch - Nachbarn der 3. Art".