In der ORF-Serie "Vorstadtweiber" verdreht Martina Ebm als Caroline "Caro" Melzer Männerköpfe - privat kümmert sie sich mit Leidenschaft um die Familie. Die Schauspielerin ist mit dem Wiener Regisseur Umut Dag liiert und Mutter von Zwillingen.

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Sie sind die Protagonistinnen in der Anwaltskomödie "Dennstein & Schwarz" (ARD, Freitag, 25. Mai, 20.15 Uhr): Die Anwältinnen Therese Schwarz (Martina Ebm, links) und Paula Dennstein (Maria Happel) stehen für zwei sehr unterschiedliche Berufsauffassungen.

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Therese Schwarz (Martina Ebm) und Paula Dennstein (Maria Happel, rechts) arbeiten eigentlich gegeneinander, entdecken dann aber doch Verbindendes.

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Therese Schwarz (Martina Ebm, links) lässt sich im Erbschaftsstreit auf eine Kraftprobe mit Paula Dennstein (Maria Happel) ein.

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"Gute Mädchen kommen in den Himmel, böse überall hin": Martina Ebm spielt in der ARD/ORF-Serie "Vorstadtweiber" Caroline Melzer.

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Therese (Martina Ebm) setzt sich vor Gericht für den unehelichen Grafensohn Fritz (Robert Finster) ein.

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"Ich finde es schön, wenn es menschelt, im Film wie im Leben", sagt Schauspielerin Martina Ebm. Ihren Rollen merkt man diese Einstellung an.

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Hundsgemein, steinreich und skrupellos: Mit "Vorstadtweiber" haben ARD und ORF eine Koproduktion geschaffen, in der die Frauen nicht gut wegkommen. Die Männer aber auch nicht.

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Die Ösi-Serie "Vorstadtweiber" lief bislang in drei Staffeln.

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Wenn der Mann zu sehr damit beschäftigt ist, Geld zu verdienen, muss man sich eben anderweitig amüsieren: "Vorstadtrweib" Caro (Martina Ebm) hat eine Affäre mit PR-Berater Bertram (Lucas Gregorowicz).

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Die "Vorstadtweiber" kamen im Frühjahr mit ihrer dritten Staffel zurück ins Erste (von links): Nicoletta Huber (Nina Proll), Caroline Melzer (Martina Ebm), Maria Schneider (Gerti Drassl), Waltraud Steinberg (Maria Köstlinger) und Sabine Herold (Adina Vetter).

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Die "Vorstadtweiber" (von links) Caroline Melzer (Martina Ebm), Maria Schneider (Gerti Drassl), Nicoletta Huber (Nina Proll), Waltraud Steinberg (Maria Köstlinger) und Sabine Herold (Adina Vetter) kehrten ins Erste zurück. Allerdings blieben die Quoten hinter den Erwartungen zurück.

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"Vorstadtweiber" mit Stil (von links): Adina Vetter, Martina Ebm, Maria Koestlinger und Nina Proll bei der Berlinale 2016.

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Martina Ebm

Martina Ebm – „Vorstadtweib“, Vorbild, Familienmensch

von Marion Genetti in Stars

Ob als kaltblütige Intrigantin in der Bühnenfassung des Filmklassikers "All About Eve", als naives Mädel in Nestroys "Der Zerrissene" oder als hochintelligente Psychoanalytikerin in "Dunkle Begierde" - Martina Ebm ist auf Österreichs Theaterbühnen seit Jahren eine vielseitige und feste Größe. Einem größeren Publikum wurde die 36-Jährige aber erst durch den Megaerfolg der 2015 gestarteten TV-Serie "Vorstadtweiber" bekannt, in der sie eine verwöhnte Bankiersgattin verkörpert. Nun ist die Mutter von Zwillingen in der hochkarätig besetzten Anwaltskomödie "Dennstein & Schwarz" (ARD, Freitag, 25. Mai, 20.15 Uhr) - die Theater-Stars Maria Happel und Johannes Krisch treten als ihre juristischen Kontrahenten auf - zu sehen. Wir haben mit der Wahlwienerin über Gerechtigkeit, Landlust und Anarchie auf dem Kinderspielplatz gesprochen.

teleschau: Sie verkörpern in der Fernsehkomödie "Dennstein & Schwarz" eine junge ehrgeizige Anwältin, deren Privatleben nicht ganz so erfolgreich verläuft. Wie viel Therese Schwarz steckt in Martina Ebm?

Martina Ebm: Erst mal gar nicht so viel. Aber ich mag Filmfiguren, die nicht alles im Griff haben. Solche Makel machen einen doch erst menschlich.

teleschau: Wo finden sich bei Ihnen kleine Makel?

Ebm: Ich bin extrem chaotisch. Seit Jahren kämpfe ich dagegen an, bislang erfolglos. Aus diesen Unzulänglichkeiten schöpfe ich aber Inspiration für so manche meiner Rollen. Ich finde es schön, wenn es menschelt, im Film wie im Leben.

teleschau: Und die berufliche Zielstrebigkeit, kennen Sie die von sich?

Ebm: Ja und nein. Eigentlich hatte ich nie ein konkretes Ziel, das ich unbedingt erreichen wollte. Ich habe immer versucht, aus den Dingen, die mir begegnet sind, das Bestmögliche zu machen. Ich stelle mich gern neuen Herausforderungen, und ich möchte mich weiterentwickeln, das ist mir wichtig.

teleschau: Gab es denn bei den Arbeiten zu "Dennstein & Schwarz" eine besondere Herausforderung?

Ebm: Ja, die Tatsache, dass es sich dabei um eine Komödie handelt. Das ist für mich jedes Mal eine Challenge. Es erzeugt einen gewissen Druck, lustig sein zu müssen. Humor ist so komplex und vielschichtig. Ich finde emotionale Drehbücher wichtig, weil man von einer gut gespielten Szene schnell ergriffen ist, das ist universeller. Und dann gibt es beim Film stets die große Unbekannte. Man weiß bei Drehschluss nicht, wohin die Reise mit dem abgedrehten Filmmaterial geht.

teleschau: Wie zufrieden waren Sie in diesem Fall mit dem Ergebnis?

Ebm: Ich denke, es ist eine runde Sache geworden. Vor allem das Zusammenspiel der Darsteller finde ich toll.

teleschau: Kannten Sie die Kollegen von früheren Engagements?

Ebm: Mit Maria Happel, die ich sehr bewundere, stand ich einmal auf der Bühne. Es war eine Lesung im Rahmen des Lifeballs und mein erster Auftritt im Burgtheater. Sie hat meine Hand gehalten, weil ich so aufgeregt war. So etwas verbindet, und ich hatte große Lust, mit ihr mal länger als nur einen Abend lang zusammenzuarbeiten. Und auch Johannes Krisch ist ein fantastischer Schauspieler, zu dem ich schon immer hochgeschaut habe.

teleschau: Ein weiterer Protagonist ist die traumhafte Landschaft des Ausseerlands im österreichischen Salzkammergut. Wie wohl haben Sie sich in dieser Szenerie gefühlt?

Ebm: Ich bin selbst auf dem Land aufgewachsen, am Mondsee, die Gegend ähnelt dem Drehort. Aber ich muss gestehen, dass ich extrem froh bin, mittlerweile in der Stadt zu leben. Ich brauche die U-Bahn, eine schnelle Verbindung von A nach B, und alle Annehmlichkeiten, die ein urbanes Leben mit sich bringt. Was mich am Ausseerland wirklich beeindruckt hat, war die Farbgebung der Landschaft. Ich habe noch nie so viele Grün-Schattierungen an einem Ort gesehen.

teleschau: Als Anwältin Therese Schwarz kämpfen Sie für Gerechtigkeit. Haben Sie persönlich einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn?

Ebm: Ich glaube, dass jeder von uns im Alltag die Möglichkeit hat, für Gerechtigkeit zu kämpfen, auch wenn es nur darum, geht einer älteren Person im Bus einen Platz anzubieten. Wenn jemand Hilfe braucht, egal warum, darf man nicht wegschauen. Seit der Geburt meiner beiden Söhne bin ich dafür noch sensibler geworden.

teleschau: "Law and order" fängt ja bereits auf dem Kinderspielplatz an ...

Ebm: (lacht) Ich würde eher sagen: Dort herrscht Anarchie. Beziehungsweise das Recht des Stärkeren. Die Kleinen haben ja noch kein Gespür für Besitz und Recht. Jeder nimmt sich, was er kriegen kann.

teleschau: Wie tragen Sie selbst Konflikte aus - eher im Hau-drauf-Modus, wie es zum Teil im Film praktiziert wird, oder gehen Sie es lieber diplomatisch an?

Ebm: Letzteres. Konflikte sind nicht mein Ding. Ich versuche, sie so gut es geht zu vermeiden. Wenn sie sich nicht vermeiden lassen, will ich sie mit Feingefühl lösen. Für "Hau drauf" bin ich zu ängstlich.

teleschau: Wovor haben Sie Angst?

Ebm: Dass ein Konflikt ausartet und nicht mehr kontrollierbar ist.

teleschau: Andererseits haben Sie schon früh Kampfbereitschaft bewiesen. Sie waren Juniorenmeisterin im Judo ...

Ebm: Als Teenager hat mir der Kampfsport viel Selbstbewusstsein gegeben. Im Moment bin ich eher auf der Yoga-Schiene unterwegs und versuche, meine Mitte zu finden. Oder ich halte mich mit Fitness-Übungen fit, bei denen man mit seinem eigenen Körpergewicht trainiert. Sofern ich mit meinen zwei kleinen Kindern überhaupt dazu komme, Sport zu machen.

teleschau: Therese Schwarz sagt an einer Stelle "Im Glücklichsein bin ich nicht so begabt". Würden Sie sagen, dass Sie Begabung fürs Glück haben?

Ebm: Ich weiß nicht, ob es eine Begabung dafür gibt. Aber falls ja, würde ich dem zustimmen. Ich bin extrem glücklich, wie mein Leben verläuft. Allerdings glaube ich auch, dass es eine Einstellungssache ist, wie zufrieden man mit dem ist, was man hat. Man kann Dinge immer von zwei Seiten betrachten. Ich habe irgendwann beschlossen, alles weitestgehend positiv zu sehen.

teleschau: Sie spielen seit vielen Jahren Theater, einem breiteren Publikum wurden Sie aber erst durch die erfolgreiche TV-Serie "Vorstadtweiber" bekannt. Wie hat sich dieser Hype ausgewirkt?

Ebm: Nach der Ausstrahlung der ersten Folge wurde ich plötzlich auf der Straße erkannt und angesprochen, das war neu für mich. Ansonsten habe ich nicht viel davon gemerkt. Abgesehen vielleicht von Rollenangeboten fürs Fernsehen, die dadurch gekommen sind.

teleschau: Ihre Zwillinge wurden Anfang 2017 geboren, dennoch haben Sie unermüdlich weitergearbeitet. Wie haben Sie das alles unter einen Hut gebracht?

Ebm: Es bedarf eines aufwendigen logistischen Managements. Ehrlich gesagt, war das schlimmer als erwartet. Aber dank einer großartigen Familie, die uns bei all dem unterstützt hat, haben wir das bislang ganz gut hinbekommen. Ich kann mir allerdings nicht erklären, wie andere Mütter beziehungsweise Eltern das machen, die kleine Kinder haben, berufstätig sind und keine Familie als Unterstützung im Hintergrund haben.

teleschau: Haben Sie sich durch die Mutterrolle verändert?

Ebm: Es ist ein neues Verantwortungsgefühl dazugekommen. Nicht nur die Kinder betreffend, sondern generell. Mein Umweltbewusstsein hat zugenommen und mein Gerechtigkeitsbooster wurde aktiviert. Mein Fokus liegt nun stärker darauf, ein möglichst guter Mensch zu sein, um meinen Kindern ein gutes Vorbild sein zu können.